Am 20. Januar 1946 gründeten die Vertreter von 15 Schwimmvereinen des Regierungsbezirks
Köln den »Bezirksverband Kölner Schwimmvereine«. Wichtigstes Anliegen des neugegründeten
Verbandes, der sehr schnell zahlreiche weitere Mitgliedsvereine aufnehmen konnte und
heute 93 schwimmsporttreibende Vereine und Vereinsabteilungen umfasst, war von Anfang an
die Gewährleistung eines geordneten Trainings- und Wettkampfbetriebs in den Sportarten
Schwimmen, Springen und Wasserball. Seit 1976 hat auch die junge Sportart
Synchronschwimmen ihre sportliche Heimat im Bezirksverband.
Bereits in der Gründungsniederschrift wird als herausragender Tagesordnungspunkt die
Diskussion um die Bädersituation herausgestellt: In ganz Köln gab es nur ein einziges
Hallenbad – und das hatte die britische Besatzungsmacht besetzt. Heute, gut fünfzig
Jahre später, haben die meisten Vereine aber immer noch – oder wieder – trotz
ausreichenden Bäderangebotes erhebliche Probleme bei der Nutzung der meist kommunalen
Sportstätten.
Sportlich erfolgreich waren Bezirksvereine von der Verbandsgründung an. Namen wie
Gisela Jacob (SSF Bonn), Heinz Ahrendt (Brühler SK), Suse von Hartungen (VfL
Gummersbach/ Kunst- und Turmspringen) und Kathy Heinze (SSF Bonn) stehen für die ersten
Jahre. Seine erfolgreichste Periode aber erlebte der Bezirk in den 70er und 80er Jahren
mit den Weltmeistern Hans-Joachim Geisler (SSF Bonn), Rainer Henkel (SV Rhenania Köln),
Peter Sitt (SSF Bonn) und den Europameistern Hans und Werner Lampe, Gerhard Schiller,
Walter Kusch, Jürgen Könneker, Andreas Schmidt, Silko Günzel, Simone Osygus (alle SSF
Bonn).
Bild unten:
Der langjährige Vorsitzende, Heinz Plumanns, nach
dem auch eine Auszeichnung des SBM benannt ist.
Die Wasserballer hatten mit dem SV Poseidon und dem SV Rhenania eine Hochburg in Köln,
wo zeitweise eine Bezirks-Frauenmannschaft und zwei Bezirks-Männermannschaften in den
höchsten deutschen Spielklassen mitmischen. Den Kunst- und Turmspringern gelang es –
anfangs noch unter dem Einfluss des national und international erfolgreichen Heinz
Plumanns – zahlreiche Deutsche Meister- und Jugendmeistertitel nach Köln zu holen.
Doris Pecher erreichte in ihrer Laufbahn allein sechs von sieben möglichen Meistertiteln
und bei Europameisterschaften Finalplätze im Kunst- und Turmspringen. Die
Synchronschwimmerinnen des Polizei-SV Köln gehörten lange Zeit zur deutschen Spitze und
einige Aktive des Internationalen Schwimmvereins Bad Godesberg sind heute dabei, nach
Andrea Feybe als Mitglieder der Nationalmannschaft bzw. Jugend-Nationalmannschaft in ihre
Fußstapfen zu treten. Der zunehmenden Bedeutung, deren sich in weiten Bevölkerungskreisen
der Breiten-, Freizeit- und vor allem der Gesundheitssport seit einigen Jahren erfreut,
trägt der Bezirk mit einer reichhaltigen Palette gezielter Angebote Rechnung.
Bezirksvereine gehörten in Deutschland zu den ersten Erwerbern der neu geschaffenen
Zertifikate für qualifizierte, gesundheitsbezogene Übungsangebote.
In den letzten Jahren hat sich der Schwimmbezirk Mittelrhein e.V. – so sein neuer Name –
engagiert für neue Wege im deutschen Schwimmsport eingesetzt. Der Gedanke, kindgerechte
Wettkampfformen zum behutsamen Aufbau schwimmsportlicher Talente zu entwickeln und
einzuführen, hat seine Wiege im Schwimmbezirk Mittelrhein. Die leuchtenden Augen
begeisterter Kinder bei der jährlichen Siegerehrung im Kinderpokal-Wettbewerb zeigen,
dass der Schwimmbezirk Mittelrhein auf dem richtigen Weg ist – auch wenn in weiten
Bereichen der kindlichen Überforderung immer noch das Wort geredet wird.
Der Schwimmbezirk Mittelrhein e.V. hat nicht den geringsten Anlass zur Resignation:
Er wird seinen eingeschlagenen Weg zum Wohle seiner Vereine weiter gehen – und Erfolg haben.
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